Hradišťan

Ticketpreis: 250 Kč

Hradišťan

Jiří Pavlica - Künstlerischer Leiter, Geige und Gesang
Alice Holubová – Gesang
David Burda – Klarinette, Krummhorn, Flöten, Gesang
Milan Malina – Zimbal, Gesang
Roman Gill – Konter-Bratsche, Gesang
Milan Gablas – Kontrabass, Gesang
Josef Fojta – Tasten, Schlagzeug

Nachsinnen über Liebe, Leben und Tod

Hradišťan ist im Bewusstsein der tschechischen Zuhörer als ein Ensemble verankert, das eine hochwertige und originelle Musik präsentiert. Seine Inspirationsquellen findet es in der Volkskunst der mährisch-slowakischen Grenzgebiete. In unterschiedlich orientierten Projekten gelingt es ihm, dem Zuschauer einen volkstümlichen Musiknachlass zu servieren, den es, der Gelegenheit entsprechend, immer wieder zu wandeln und in neue Kleider zu hüllen vermag. So entsteht ein eigenartiger Crossover, in dem es zur Verbindung des Traditionellen mit dem Nichttraditionellen kommt - anders gesagt: der Zuschauer erhält einfach das, was er sich von Zimbalmusik verspricht. Die zusammengesetzten Kapellen definieren die Wahrnehmungsdimension des Zuhörers komplett neu. In der tschechischen und mährischen Szene besteht dieses einzigartige Ensemble seit 1978 unter der Leitung von Jiří Pavlica. Gerade weil die Volksmusik für das Ensemble eine bedeutende Rolle spielt, begann es sein Repertoire auszudehnen, indem es breitere Zusammenhänge mit der Volksmusik entfernter Kulturen und Gemeinschaften sucht. Dementsprechend erhöhten sich die künstlerischen Ansprüche an einzelne Ensemblemitglieder enorm. Es reichte nicht mehr aus, Volkslieder möglichst authentisch zu spielen. Die neue Herausforderung war es, sie anders zu spielen. Und gerade dafür waren Phantasiereichtum und die Fähigkeit gefragt, sich von starren eingelebten und geltenden Formen zu befreien. Allmählich begann sich Primas Jiří Pavlica immer mehr auch als Komponist durchzusetzen, wobei seine Kompositionen für das Ensemble Hradišťan allmählich unentbehrlich wurden.

Dies alles machte Hradišťan innerhalb der tschechischen Szene zu einer einzigartigen Formation, die für ihre Qualität und Originalität mit anderen ähnlich orientierten Ensembles unverwechselbar war. Dank der seit den 90er Jahren stets steigenden Nachfrage der „Worldmusic“, gelang der Name „Hradišťan“ bald über die Grenzen unseres Landes hinaus, als sich das Interesse an seiner Musik in der ganzen Welt verbreitete. Das Ensemble konzertierte bislang gleich auf vier Kontinenten. Es war zu Gast auf vielen traditionellen, alternativen und klassisch orientierten Musikfestivals. Die musikalische Laufbahn des Ensembles Hradišťan dokumentieren mehr als dreißig aufgenommene Musikträger. Häufig wird Hradišťan auch in Rundfunk- und Fernsehsendungen eingeladen.

Die Konzerte des Ensembles Hradišťan ziehen oft ein diverses Publikum an. Nach einigen Einleitungsstücken vereinen sich die Künstler in der Regel mit dem Publikum zu einem Ganzen. Diese magische Einheit führt Jiří Pavlica durch das Konzert, während er sich bemüht, den aktuellen und sensiblen Bedürfnissen der Zuhörer entgegenzukommen. Hradišťan kommt niemals nur, um seine Konzerte abzuspielen. Für das Ensemble ist die Interaktion mit dem Publikum wichtig, weshalb aus jedem Konzert eine vollkommen andere Vorstellung hervorgeht. 

Jiří Pavlica wurde 1953 geboren. In seiner Ausbildung verband sich die praktische Schule mit der theoretischen Vorbildung, die er innerhalb seines Musikologie-Studiums an der Palacký-Universität in Olomouc (Olmütz) gewann. Das Geigenspiel studierte er am Konservatorium in Brno (Brünn). Nach dem Erwerb seiner reichen instrumentalem Praxis studierte er später Komposition an der Janáček-Akademie für Musik und Darstellende Kunst bei Arnošt Parsch und Zdeňek Pololáník. Der Name Jiří Pavlica ist insbesondere mit seiner mehr als fünfunddreißigjährigen Arbeit im Ensemble Hradišťan verbunden. Besonders dank seiner Invention und seiner Sehnsucht, neue musikalische Zusammenhänge zu entdecken, gelang es Hradišťan, die Volksmusik mit Zeitgenössischer Musik dramaturgisch geschickt zu verweben.

Neben dem sensiblen Ansatz zur Musik ist die Textkomponente für ihn genauso wichtig.

In diesem Zusammenhang wird seine Vertonung der Texte des mährischen Dichters Jan Skácel hoch geschätzt.

Neben seiner Arbeit mit dem Ensemble Hradišťan , war Jiří Pavlica auch anderweitig musikalisch tätig. Seine Karriere säumen etliche Autorenprojekte. Er komponierte Film- und Theatermusik und konzertierte regelmäßig im In- sowie im Ausland. Er verzichtet nicht auf die Zusammenarbeit mit großen Orchestern sowie Kammerorchestern. Befriedigung bringen ihm aber ebenfalls alternative Projekte, die manchmal - ohne zu übertreiben - unerwartete Abenteuer versprechen und die Musik verschiedener Kontinente verbinden.   

Die Arbeit von Jiří Pavlica erhielt fachliche Anerkennungen, zu denen der Preis des Tschechischen Musikfons, der Preis des internationalen Rundfunkwettbewerbs Prix Bratislava und der Preis der unabhängigen Journalisten „Das gelbe U-Boot“ gehören. Zeuge für den Erfolg seiner Aufnahmen ist der Erhalt der goldenen Platten für die Alben „Das Echo der Seele“ oder „Kap der Guten Hoffnung“ und der Empfang der Platinplatte für das Album „Über die Sonnenwende“.

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